Allgemeines zum Notgeld und Münzen in Bamberg

Letzte Änderung dieser Seite: 11.01.2020
Hier haben wir alle uns zur Verfügung stehenden Notgelder (Münzen, Scheine) aus Bamberg zusammengestellt.
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1. Weltkrieg Inflation 1922 - 1923 Kapselmarken 1921 - 1923 Weitere Notmünzen Druck Wasserzeichen


Notgeld und Münzen während des 1. Weltkrieges und kurz danach

Bereits beim Kriegsausbruch des 1. Weltkriegs im August 1914 kam es im Deutschen Reich zur einer Geldverknappung, da Edelmetallmünzen eingezogen und viele diese Münzen horteten oder im Sparstrumpf für noch schlechtere Zeiten zurücklegten.
Daneben ist zu berücksichtigen:
  • Im Dezember 1917 wurden die Banken angewiesen 5- und 10-Pfennig-Stücke aus Nickel einzuziehen. Erst im März 1919 wurden diese Münzen wieder in Verkehr gebracht.
  • Zum 01.01.1918 wurden die 2-Mark-Stücke außer Kraft gesetzt. Letzte Einlösung war zum 31.07.1918 möglich.

1916 kam es zu einer weiteren Verknappung des Kleingeldes. Daher gaben nun Städte, Gemeinden, Firmen und Geschäftsleute neues Notgeld in Form von Scheinen und Münzen (Kleingeldersatzmarken) heraus. Im Gegensatz zum Notgeld 1922 - 23 (siehe nachstehend) wurde hierfür im Regelfall keine Genehmigung eingeholt/erteilt. Auch eine Deckung durch Werte gab es nicht. Das Notgeld wurde stillschweigend geduldet, da es im täglichen Leben notwendig war. Die Herausgeber bemühten sich diesem Notgeld ansprechende Motive zu verpassen. So trugen solche Scheine z.B. bereits Bilder wie ein Stadtwappen oder ein Bauwerk. Dies steigerte auch die Nachfrage der Sammler.

In diese Zeit fallen:
  • die ersten Ausgaben der Stadt Bamberg mit Kleingeldersatzmarken (Notmünzen) zu 5 und 10 Pfennig bzw. "Gutscheine" zu 50 Pfennig, 5 und 20 Mark.
  • Kleingeldersatzmarken (Notmünzen) der Firmen Mechanische Baumwollspinnerei (Erba), Raulino, Tron und Voll (zwischen 10 und 100 Pfennig - siehe unter Notgeld Bamberger Firmen).
  • Wahrscheinlich auch die "Gutscheine" der Firma J. Rosenfelder zu 1, 2, 5, 10, 20 und 50 Pfennig (siehe unter Notgeld Bamberger Firmen).

Zum Jahresende 1921 riefen die Herausgeber der Kleingeldersatzmarken diese auf und beendeten die Gültigkeit. Mit Wirkung vom 17.07.1922 verbot die Reichsregierung die Herausgabe solchen Notgeldes (Scheine und Münzen).

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Notgeld und Münzen während der Hyperinflation 1922 - 1923

Aufgrund der Finanzierung des 1. Weltkrieges überstiegen im November 1918 die Schulden des Reiches mit etwa 150 Milliarden Mark das Volkseinkommen des Jahres 1919. Weil es den Krieg verloren hatte, konnte das Deutsche Reich die Kriegslasten nicht auf andere Staaten abwälzen. Im Gegenteil, das Reich mußte selbst Reparationen zahlen, was die Inflation noch verstärkte. Denn auch die Reparationen wurden über das Drucken zusätzlichen Papiergeldes bezahlt. Zwar waren die Reparationen in Fremdwährungen oder in Goldmark zu zahlen, die dafür nötigen Mittel besorgte sich der Staat aber über die (unkontrollierte) Vermehrung des eigenen Papiergeldes.

Die Inflationssteigerungen sind anhand der Zahl der Portoänderungen der Deutschen Reichspost ersichtlich. Waren dies in den Jahren 1918 bis 1921 jährlich einmalige Portoerhöhungen, so mußten 1922 die Porti bereits 5-fach und 1923 gar 16-fach angepaßt werden.

Währungstechnisch wurden die Inflation und die damit verbundenen Spekulationen am 15. November 1923 durch die Ablösung der Papiermark mit Einführung der Rentenmark (wertgleich mit der späteren Reichsmark) beendet. Die hierzu notwendige Portoanpassung erfolgte zum 01.12.1923. Körperlich mußten die am 15. November 1923 gültigen Papiermarkscheine aber noch bis Anfang 1925 als wertstabiles Notgeld (Kurs: 1 Billion Mark = 1 Rentenmark) dienen, denn die neue Rentenmark konnte nur langsam in Umlauf gesetzt werden.

Bereits im Oktober 1922 hat die Stadt Bamberg erneut Notgeldscheine (Gutscheine) mit angepaßten Wertstufen herausgegeben. Aufgrund der Inflation wurden laufend Anpassungen mit erhöhten Werten notwendig. Einige Bamberger Firmen folgten ab 10.08. - 11.1923 (siehe Notgeld Bamberger Firmen). Die Herausgeber der "Gutscheine" (Stadt und Firmen) mußten vor der Ausgabe der Gutscheine den Deckungsbeitrag in Form von mündelsicheren Papieren nach Genehmigung der Ausgaben bei der Bayerischen Staatsbank hinterlegen.

Die Gutscheine der Stadt Bamberg erhielten nach dem Druck das Prägesiegel und danach eine laufende Nummer (per Handverfahren oder mit Buchdruck-Nummerierwerken).

 
Auch dieses Notgeld war bei den Sammlern sehr beliebt. Die Ausgabe der Gutscheine durch die Stadt Bamberg sollte nur mit aufgedruckter Kontroll- und Zählziffer erfolgen. Vorhandene Scheine ohne diese Ziffern gelangten jedoch in den Handel.

Zur Anpassung an die neue Rentenmarkt - Verordnung durch General Hans von Seeckt vom 12.11.1923 - wurde ab Dezember 1923
  • durch die Stadt Bamberg Notgeld mit 5 Goldpfennigen und 1, 5, 10 Goldmark und 10 Goldmark-Schatzanweisung und
  • durch die Mechanische Baumwollspinnerei (Erba) zu 0,21, 0,42, 0,84, 1,05, 2,10 und 4,20 Goldmark herausgegeben.

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Notmünzen (Kapselmarken) zwischen 1921 - 1923

Nachdem Kleingeld- und Münzenersatzmarken (Notmünzen) Ende 1921 bzw. spätestens zum 17.07.1922 ihre Gültigkeit verloren, herrschte ein Mangel an Kleingeld. In Hüllen eingelegte postfrische Briefmarken übernahmen auch in Bamberg in einigen Fällen die Funktion des Kleingeldes im privaten Sektor.

Siehe hierzu unter Bamberger Firmen, Meyer + Bickel bzw. Theobald & Rosenfelder.

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Weitere Notmünzen

Neben den Notmünzen der Stadt Bamberg und der Firmen mit eingeprägter Jahreszahl sind weitere "Münzen" ohne Jahreszahl in zwei Kategorien herausgegeben worden:
  • Münzen aus Messing oder Aluminium (nicht Zink) mit Wertangabe (z. B. 5 Pfennig).
    Diese Münzen sind beim Notgeld (Stadt oder Firmen) erfaßt.
  • Münzen mit dem Wert für eine Sachleistung (z.B. Bier, Hefe, Fahrkarte).
    Diese Münzen sind unter Wertmarken zu finden.

Eine zeitliche Zuordnung (z. B. 1. Weltkrieg oder Inflation) ist zur Zeit nicht möglich.
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Druckereien und Druckverfahren

Die Notgeldscheine Bambergs wurden gedruckt bei:
  • Johann Nagengast im Steindruck,
  • Bamberger Tagblatt im Buchdruck und
  • St. Otto-Verlag im Buchdruck.

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Wasserzeichen der Notgeldscheine


Achteckfliesen
Achteckfliesen
Bogenkreuzmuster
Bogenkreuzmuster
Birnenmuster
Birnenmuster
Dunkle Kreuze
Dunkle Kreuze
G-S Muster
G-S Muster
Rundwaben
Rundwaben
Tropfen
Tropfen
Wellen
Wellen
Wellenbündel
Wellenbündel

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