Absender-Freistempler Bamberg (Stadt und Landkreis) - Übersicht Verfahren

Verfahren und Hinweise zu allen Stempelvarianten

Letzte Änderung dieser Seite: 01.01.2021
Hier wollen wir Zug um Zug Stempel mit Bezug auf unsere Heimatstadt Bamberg aufnehmen.
Wir bitten alle Sammlerfreunde eventuell vorhandenes Material zur Verfügung zu stellen (Original oder Scann). Dies gilt natürlich auch für Detailangaben.

Soweit bei den einzelnen Freistemplern Jahreszahlen angegeben sind, haben diese vorgelegen.

Kurzbezeichnungen bei den Wertrahmen (z. B. E-20) und den Tagesstempeln (z. B. KSO 2) sind den Handbüchern der Forschungsgemeinschaft Post- und Absenderfreistempel e. V. entnommen.
Suche mit
Google
Suchbegriff eingeben und [RETURN].
Beispiel: Firmenname ggf. mit Ergänzung (z.B. Müller Mantelfabrik) oder Herstellerkennung (z. B. F66/3503 oder E851928) eingeben
Angezeigt werden alle Seiten dieser Homepage mit dem Suchbegriff. Die gewünschte Seite im Browser starten und innerhalb der Seite dann mit den Suchfunktionen des Browsers (z. B. [Strg]+[F]) weitersuchen.

Die Freistempelmaschine stand in Betriebsräumen des Absenders (z. B. Firma, Behörde). Der Kunde lieferte die mit der Freistempelmaschine frankierten Sendungen bei der Post ein.
              oder
Der Absender übergab die Sendungen einem Post-Konsolidierer (z. B. Williams Lea=Tochterfirma von DHL bzw. Deutsche Post In Haus Service=Tochterfirma der Deutschen Post oder PostCon), der bestimmte Leistungen wie zum Beispiel das Frankieren, Sortieren und Nummerieren der Briefsendungen übernahm, und danach die Sendungen an die Deutsche Post AG weiterleitete. Jede Sendung erhält vom Post-Konsolidierer eine bundesweite Kennung (z. B. K 4000 oder K.4000) und eine laufende Sendungsnummer (z. B. 1634).

Bisher vorgefundene Kennungen in Bamberg:
  • K 4000: Williams Lea bzw. Deutsche Post In Haus Service (ab 01.05.2012)
  • K 4031: PostCon
  • K 2093: Main-PostLogistik Würzburg

Eine Aufstellung aller bisher gefundenen Konsolidierer in Deutschland kann als pdf-Datei aufgerufen werden.

Freistempelung durch Absender war seit dem 27.02.1923 möglich. Zuerst nur bei Behörden in Berlin und Hamburg. Ab 1925 Einsatz im gesamten Reich mit Standardmaschinen möglich.

Seit April 2004 wurde das Verfahren Zug um Zug auf Frankiermaschinen umgestellt. Je nach Abrechnungsverfahren wurden die Maschinen von der Deutschen Post AG nicht mehr zugelassen. Die letzten Maschinen mit Fernwertvorgabe waren bis 30.06.2020 zugelassen.

Freistempelung durch Absender mit der Freistempelmaschine ist nicht das Stempeln von Postwertzeichen durch Absender. Siehe hierzu
Der Freistempler besteht im Regelfall aus Tagesstempel, Werbeeinsatz und Wertrahmen. Daneben sind Ergänzungen wie z. B. Vorausverfügungen, Versandvermerke, Stückzähler und Gebühr bzw. Entgelt bezahlt möglich. Siehe nachstehend.

  • Der Wertrahmen (=Briefmarke/Wertzeichen) ist rechts angeordnet.
    Eine Übersicht der verwendeten Wertrahmen ist innerhalb der verschiedenen Varianten 1 bis 4 zu finden.

  • Werbeeinsatz und Tagesstempel sind unterschiedlich angeordnet worden. Siehe Varianten 1 bis 4.
     
  • Der Werbeeinsatz
    • kann fehlen.
    • kann zusätzlich eine Vorausverfügung (z. B. Wenn unzustellbar, zurück) Beispiel
           oder
      einen Versandvermerk (z. B. Briefdrucksache, Drucksache) enthalten.
    • kann anstelle des Werbeeinsatzes eine Zahlenfolge (z. B. 769) oder eine Buchstaben-/Zahlenkombination (z. B.: F 45) enthalten (Interim-Stempel).
      Siehe Beispiele in der folgenden Tabelle.

      Ab 1950 wurden neu gelieferte Maschinen bis zur Fertigstellung des Werbeeinsatzes oder bei einem Probeeinsatz so ausgeliefert. Der Einsatz dieser Interim-Stempel war auf 4 Wochen beschränkt, der nicht immer eingehalten wurde.
      FR xxx Frama
      F xxx Francotyp Beispiel
      PB xxx Pitney Bowes Beispiel
      xxx Postalia Beispiel
      ST xxx Stielow-Neopost Beispiel
      A xxx
      APB xxx
      Adrema
      (wurde von Pitney Bowes gekauft)

      In Bamberg sind bisher nur Stempel der Firmen Francotyp (Fxxx), Pitney Bowes (PB xxx), Postalia (xxx) und Stielow-Neopost (ST xxx) gefunden worden.

    • kann bei den Varianten 1 zusätzlich einen Stückzähler enthalten. Siehe unter Stückzähler.

  • Zusätzlich zu den Beispielen sind im Regelfall ganz links im Stempel eingefügt:
    • Versandvermerke z. B.:
      Brief, Briefdrucksache, Büchersendung, Einschreiben, Entgelt geprüft, Drucksache, Drucksache Geb. gepr., Drucksache Entg. gepr., Drucksache Imprimé, Eilzustellung, Infobrief, Päckchen, Streifbandzeitung, Streifbandzeitung Geb. gepr.. Beispiel
    • Ggf. Vorausverfügung (z. B. Wenn unzustellbar, zurück).

  • Die Freistempler wurden ursprünglich in roter Farbe ausgeführt. Die Umstellung auf blaue Farbe erfolgte im Zeitraum 01.09.2000 bis 07.07.2002.

  • Wertrahmen mit Wertstellung "000" und dem linksstehendem Vermerk (Regelfall) "Gebühr bezahlt" kamen bei Massendrucksachen ab 01.07.1954 bis 20.09.1969 vor. Das Porto wurde bar am Postschalter bezahlt. Beispiel
    Danach war auch bei Massendrucksachen eine Wertangabe vorhanden. Der Vermerk "Gebühr bezahlt" wurde ab 1992 Zug um Zug in "Entgelt bezahlt" geändert (noch 2009 Freistempler mit "Gebühr bezahlt" vorhanden).

  • Zwischen dem 01.12.1948 und dem 31.03.1956 mussten Briefe, Postkarten, Drucksachen, Päckchen und Pakete zusätzlich zum Porto mit einer 2-Pfennig-Notopfermarke Berlin versehen werden. Bei Freistemplern konnte dies durch Verwendung der Notopfermarke zusätzlich zum Stempelabdruck oder durch Barabrechnung erfolgen, d.h. nicht alle Stempel dieser Zeit sind mit einer Notopfermarke versehen. Beispiel
     
  • Hinweise zu den Tagestempeln
    • Gleiche Tagesstempel mit unterschiedlichen Postanstalten - z. B. Bamberg 1 oder Bamberg 11 - und/oder PLZ sind im Regelfall nur mit einer Postanstalt/PLZ bildlich aufgeführt.

    • Der Tagesstempel hat keine Unterscheidungsbuchstaben und keine Uhrzeit. Die Größe der Tagesstempel ist sehr unterschiedlich.

    • Zur Postleitzahl im Tagesstempel siehe unter Poststempel, Tagesstempel, PLZ.
      Die 5-stelligen Postleitzahlen waren bei den Freistempelmaschinen bereits ab April 1993 zulässig. Die Umstellung sollte bis zum 01.04.1998 abgeschlossen sein. Ausnahmen sind jedoch bis 2002 aufgetreten.

    • Als Ortsangabe "BAMBERG" sind im Tagesstempel zu finden:
      Bamberg 1 Wilhelmsplatz 1 bis 24.07.1976
      Bamberg 1 Ludwigstraße 25 26.07.1976 - 30.06.2020
      Bamberg 2 Ludwigstraße 25 bis 25.07.1976
      Bamberg 3 Maxplatz 01.01.1925 - 27.10.1960
      Bamberg 3 Heinrichstraße 1 27.10.1960 - 26.07.1976
      Bamberg 4 Schranne 2 01.01.1925 - 26.07.1976
      Bamberg 11 Heinrichstraße 1 (Promenade) 26.07.1976 - heute
      Bamberg 12 Schranne 2 26.07.1976 - 31.10.1997
      Bamberg 14 Gaustadt 01.01.1973 - 04.08.2003
      Bamberg 15 Hallstadter Straße 42 01.04.1968 - 29.10.1993
      Bamberg 16 Seehofstraße 26 26.07.1976 - 26.10.2001
      Bamberg 17 Dürrwächterstraße 9 26.07.1976 - 29.10.1993
      Bamberg 19 Kunigundendamm 166 01.02.1966 - 11.08.2003
      Bamberg 22 Wildensorg 01.01.1973 - 31.07.1975
      Bamberg keine Angabe des Postamtes usw.
      Bamberg BZ Briefzentrum 96 Bamberg 24.11.1997 - 30.06.2020
      Briefzentrum Briefzentrum 96 Bamberg 24.11.1997 - 30.06.2020

    • Als Ortsangabe aus dem Landkreis Bamberg sind im Tagesstempel zu finden:
      Altendorf,
      Baunach, Bischberg, Breitengüßbach, Burgebrach, Burgwindheim, Buttenheim,
      Eberau, Ebrach,
      Frensdorf,
      Gaustadt, Geisfeld, Gundelsheim,
      Hallstadt, Heiligenstadt, Hirschaid, Hirschaid 1,
      Lisberg, Litzendorf,
      Memmelsdorf, Memmelsdorf 1,
      Oberhaid, Oberhaid 1,
      Pettstadt,
      Rattelsdorf, Rattelsdorf 1, Reckendorf,
      Schesslitz, Schesslitz 1, Schlüsselfeld, Schlüsselfeld 1, Schönbrunn, Stegaurach, Strullendorf, Strullendorf 1,
      Viereth, Viereth-Trunstadt, Viereth-Trunstadt 1, Viereth-Trunstadt 2 (= Trunstadt),
      Walsdorf,
      Zapfendorf

      Weitere Daten zu den Postanstalten des Landkreises siehe unter Tagesstempel Landkreis Bamberg - ABC usw.

  • Der Freistempler kann auch mit anderen Freimachungsmöglichkeiten kombiniert vorkommen. Zum Beispiel Kombination mit Freimarken, Postfreistempeln, einem 2. Freistempler, Gebühr bezahlt-Stempel.
     
  • Die Abrechnung zwischen Post und Inhaber der Freistempelmaschine erfolgt auf unterschiedliche Weise in Abhängigkeit vom Typ der Maschine:
    • Wertkartenverfahren WK
      Eine Wertkarte wurde bei der Post erworben - Stückelung 100, 500, 2000 (ab 1961), 5000 oder 10000 DM - und in die Freistempelmaschine eingelegt. Für die Freistempelmaschine wurde werksseitig eine bestimmte Stückelung festgelegt.
      Sobald die Wertkarte durch Porto verbraucht war - geringe Überbuchung des gekauften Betrages war möglich - wurde die Maschine außer Betrieb gesetzt. Beim Kauf einer neuen Wertkarte wurde die verbrauchte Karte an die Post zurückgegeben. Eventuell überbuchte Beträge wurden bei der neuen Wertkarte automatisch abgebucht.
      Der Verkauf der Wertkarten wurde 2005 eingestellt.
    • Wertvorgabe WV
      Die Wertvorgabe wird an der Freistempelmaschine bei der Post eingestellt.
      Ab dem 01.07.2016 nicht mehr möglich. Sendungen werden an den Absender zurückgegeben.
    • Fernwertvorgabe FWV
      Die Wertvorgabe wird telefonisch von einem Datenzentrum abgefordert und mittels Code durch den Kunden in die Freistempelmaschine eingegeben
            oder
      über eine Internetverbindung in die Maschine eingestellt.
      Ab dem 01.07.2020 nicht mehr möglich.

Δ Nach oben

© Bamberger Briefmarken- und Münzsammlerverein e.V.
Drucken - Druckvorschau: Siehe Startseite | Hilfe.